Über Kimme und Korn zum Ziel beim Ferienspaß

Zehn Jungs und Mädels nahmen die Gelegenheit wahr, um sich über das Sportschießen zu informieren

Hochkonzentriert und ehrgeizig visierten die Jungs und Mädels auf 10 m Entfernung die nur 4,5 cm große Zielscheibe an, wobei die Vereinsübungsleiter immer wieder Tipps und Hilfestellung gaben.

Ob es nun die Olympischen Spiele waren, die die zehn Jugendlichen zwischen 12 und 16 Jahren dazu animierten, sich beim Ferienspaß der Stadt Osterhofen für das Schnupperschießen bei den Feuerschützen anzumelden, wurde nicht so recht geklärt. Auf jeden Fall gingen die Jungs und Mädels hochkonzentriert und trotzdem mit Spaß an den für sie ungewohnten Sport heran und zeigten auch ein gewisses Talent dafür, genau im richtigen Moment den Abzug zu betätigen. Auch einige der Eltern versuchten zum ersten mal mit Luftgewehr oder Luftpistole ins Schwarze zu treffen.

Bevor es an den Schießstand ging, wurden die Mädels aber erst einmal von den Osterhofener Fachleuten Jörg und Louise Boleslawsky sowie Jugendleiter Karsten Correia darüber aufgeklärt, worauf es beim Schießsport ankommt. Sicherheit und Einhaltung der Regeln ist das oberste Gebot an allen Schießständen. Konzentration auf das wesentliche ist ebenfalls unbedingt erforderlich. Um einen Wettkampf, bei dem ca. 50 – 60 mal das ca. 5 kg schwere Luftgewehr angehoben und gezielt werden muß, braucht es auch eine gute Kondition. Und natürlich braucht es auch einen gewissen Ehrgeiz, auf 10 m Entfernung den nur einen halben Millimeter großen Zehner treffen zu wollen und nicht einfach nur die Kugel aus dem Lauf zu jagen.

Dass das Sportschießen für die Konzentrationsfähigkeit Jugendlicher hilfreich ist zeigen zahlreiche Studien. Konzentration bedeutet, sich ausschließlich mit einer Sache zu beschäftigen und ablenkende Einflüsse zu ignorieren – schwierig in einer Zeit, in der gerade Schüler permanent von einer Flut von Anreizen umgeben sind. Sportschießen schult dies in besonderem Maße. Jeder Handgriff und jede Bewegung werden bewußt ausgeführt, beginnend beim Positionieren der Füße, der Einnahme der richtigen Körperhaltung bis hin zur kontrollierten Atmung, und dies in einem sich immer wieder wiederholenden Ablauf. Der Schießstand wird dabei zum Ruhe-Raum, der äußere Einflüsse weitestgehend ausschließt und in dem der Jugendliche sich nur mit seinem eigenen Tun befasst. Ob und wie dies gelingt zeigt sich nach jedem einzelnen Schuß sofort auf dem Bildschirm.

Auch Körpergefühl und Koordinationsfähigkeit spielen eine große Rolle. Insbesondere beim Schießen mit dem Luftgewehr oder der Luftpistole muß das Gewicht des Sportgerätes durch die richtige Körperhaltung so verteilt und ausbalanciert werden, dass für die Schussabgabe ein Moment der absoluten Ruhe erreicht wird. Wie in einem komplizierten Mechanismus beeinflussen kleinste Änderungen an einer Stelle des Körpers alle anderen und müssen miteinander in Einklang gebracht werden. Jungschützen lernen so, ein präzises Gespür für ihre Körperbewegungen zu entwickeln. Kaum eine Sportart ist so sehr reglementiert wie das Sportschießen. Sportschützen werden von der ersten Minute an in diese Regeln eingewiesen und deren Einhaltung wird konsequent eingefordert. Ihnen wird klar gemacht, dass sie durch ihr Verhalten Verantwortung für sich und andere übernehmen, und auch, daß ihr Verhalten unmittelbare Konsequenzen hat, denn bei Regelverstößen droht der Standverweis.

Schützenmeister Jörg Boleslawsky stellte dann die Ausrüstung eines Luftgewehrschützen vor: Ein modernes Preßluftgewehr, damit sich der Schütze das für jeden Schuß kräftezehrende Spannen des Luftgewehres ersparen kann, dazu Schießschuhe für einen sicheren Stand, Handschuh, damit sich der Puls nicht auf das Sportgerät überträgt, sowie stabile Schießhose und Schieß-Jacke, die den Körper stabilisieren und damit Rückenbeschwerden verhindern. Auf die Kosten dieser hochwertigen Ausrüstung angesprochen konnten die Osterhofener Feuerschützen mit Stolz vermerken, dass für Jugendliche erstmal keine Ausrüstung angeschafft werden muß, die stellt der Verein kostenlos zur Verfügung. Erst wenn sich die Jungschützen wirklich sicher sind, dass ihnen dieser Sport gefällt und sie auch erste Erfolge verzeichnen können, kann man sich Gedanken darüber machen, das eine oder andere Teil selber zu kaufen.

Nach der notwendigen Einweisung konnten die Jugendlichen unter Aufsicht der ausgebildeten Schießleiter an den Schießstand. Hier zeigte der Monitor der elektronischen Anlage sofort nach dem Schuß an, wo die Kugel gelandet war. Die Jugendleiter schauten den jungen und älteren Nachwuchsschützen immer wieder über die Schulter, gaben da und dort Hinweise und Hilfestellung, und so hatten alle zusammen die höchste Freude und ihre Erfolgserlebnisse am Sportschießen. Insgesamt ca. 2000 Schüsse gingen auf die Papierscheiben. Ob nun die Jugendlichen oder die Eltern das ruhigere Händchen hatten soll hier unerwähnt bleiben.

Wer dieses mal nicht dabei sein konnte hat immer noch die Möglichkeit, sich ganz zwanglos über den Schießsport zu informieren und ihn auszuprobieren. Jeden Donnerstag ab 19.30 Uhr treffen sich jung und alt der Feuerschützen im Alfred-Sell-Schützenheim zum Training. Das Mindestalter für Jungschützen ist 12 Jahre, nach oben hin sind keine Grenzen gesetzt. Mehr Informationen gibt es auch unter www.FSG-Osterhofen.de

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